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Maloum oder OnlyFans?

Zuletzt aktualisiert

Maloum oder OnlyFans: Auf dem Papier behalten beide Plattformen 20 % vom Umsatz. Maloum, betrieben von der neolime GmbH in Wien, rechnet deine 80 % aber auf den Nettopreis und schlägt Fans zusätzlich 15 % Servicegebühr auf. OnlyFans nimmt 20 % der gesamten Zahlung des Fans. Dazu kommen Unterschiede bei Auszahlung, Pflichten und Publikum: Maloum verlangt Unternehmerstatus und ist für den deutschsprachigen Raum gebaut.

Maloum oder OnlyFans: Was unterscheidet die beiden Plattformen?

Weniger die Höhe des Anteils als die Zahl, auf die er sich bezieht, dazu Auszahlung, Pflichten und Publikum. Grundlage sind Maloums Creator-Bedingungen (Stand 9. Juli 2026), Maloums Hilfecenter und die Bedingungen von OnlyFans (Stand August 2024), alle gelesen am 1. Oktober 2026.

PunktMaloumOnlyFans
Betreiber und Rechtneolime GmbH, Wien; österreichisches Recht, Vertragssprache DeutschFenix International Limited; England und Wales
Anteil der Plattform20 % deines Nettopreises; Sondervereinbarungen mit 60%–100% für dich möglich20 % der gesamten Zahlung des Fans
Aufschlag für den Fan15 % Servicegebühr, dazu Umsatzsteuerkeine Gebühr genannt, Umsatzsteuer kommt hinzu
Währungnicht angegeben; der Vertrag nennt Beträge in EuroUS-Dollar
AuszahlungGutschrift auf eine IBAN; spätestens Ende des Folgemonats (Vertrag), am Monatsersten (Hilfecenter)Termin steht nicht in den Bedingungen
Mindestbetragunter 30 € Übertrag in den Folgemonat (Vertrag); keine Grenze (Hilfecenter)erwähnt, Höhe steht nicht in den Bedingungen
Zahlungsarten der FansApple Pay, PayPal, Kreditkarte, Klarna/SOFORTKarte und E-Wallet, kein PayPal
UnternehmerstatusPflicht, mit Nachweis wie einer UID-Nummernicht geprüft
Öffentliche Beiträgekeine Genitalien, Nippel oder sexuellen Handlungennicht geprüft
Fans finden dich auf der PlattformDiscovery-Funktion und Top-100-Ranglistelaut Maloum keine Discovery; nicht geprüft
Physische ProdukteShop, Maloum verkauft im eigenen Namennicht geprüft
Appkeine App in App Store oder Google Play, nur Web-Appnicht geprüft
Agenturen und KI im Vertragausdrücklich erlaubt, mit Offenlegung im Chatnicht geprüft

»Nicht geprüft« heißt: Für diese Seite haben wir die Regeln von OnlyFans zu diesem Punkt nicht gelesen, also behaupten wir dazu nichts.

Was bleibt dir von einem Verkauf auf Maloum und auf OnlyFans?

Beim selben Preis jeweils 8 von 10. Gemessen an dem, was der Fan ohne Steuer zahlt, bekommst du auf Maloum aber weniger. Unsere Rechnung aus den Bedingungen beider Plattformen:

BeispielMaloumOnlyFans
Preis, den du festlegst10,00 €10,00 $
Aufschlag für den Fan, ohne Steuer1,50 € Servicegebührkeiner
Der Fan zahlt ohne Steuer11,50 €10,00 $
Die Plattform behält2,00 € Provision plus 1,50 € Gebühr2,00 $
Du bekommst8,00 €8,00 $
Dein Anteil an der Nettozahlung des Fans69,5 % (so nennt es Maloums Vertrag)80 %

Soll ein Fan auf beiden Plattformen gleich viel zahlen, musst du auf Maloum niedriger auszeichnen. Bei 11,50 € Fan-Zahlung bleiben dir auf Maloum 8,00 €, bei 11,50 $ auf OnlyFans 9,20 $. Maloum kann mit einzelnen Creators schriftlich einen anderen Anteil zwischen 60%–100% vereinbaren, nennt aber keine Kriterien dafür. Den Aufbau der Gebühren erklärt der Ratgeber Maloum-Gebühren.

Frau mit Dutt sitzt auf einer Yogamatte und richtet ihr Handy auf einem Stativ aus.
Ruhige Inhalte, eigene Fangemeinde. KI-generierte Illustration mit fiktiven Personen.

Wie unterscheiden sich Auszahlung und Pflichten?

Auf Maloum bekommst du in der Regel einmal im Monat eine Gutschrift auf dein Bankkonto, und du musst als Unternehmer auftreten. Dein Anspruch entsteht binnen drei Tagen nach der Zahlung des Fans. Ausgezahlt wird laut Vertrag spätestens am Ende des Folgemonats, laut Hilfecenter am Monatsersten. Ähnlich beim Mindestbetrag: Der Vertrag trägt weniger als 30 € in den Folgemonat vor, das Hilfecenter verspricht Auszahlung ohne Grenze. Wir richten uns nach dem Vertrag. Bei OnlyFans nennen die Bedingungen weder einen Auszahlungstermin noch die Höhe des Mindestbetrags, abgerechnet wird dort in US-Dollar, für dich also mit Wechselkurs. Details zu Maloum stehen im Ratgeber zur Maloum-Auszahlung.

Creator auf Maloum müssen Unternehmer im Sinne des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs sein und das belegen, etwa mit einer UID-Nummer. Ob eine deutsche Gewerbeanmeldung reicht, schreibt Maloum nicht. Kläre das mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater, bevor du dein Konto umstellst. Einen Überblick gibt der Ratgeber zu Maloum-Steuern.

Für welches Publikum ist Maloum gebaut, für welches OnlyFans?

Maloum für den deutschsprachigen Raum, OnlyFans für ein weltweites Publikum, das in Dollar zahlt. Maloum schreibt über sich, es sei in Wien gegründet und von Anfang an für den deutschsprachigen Markt gebaut worden. Die Website gibt es auf Deutsch und Englisch, das Hilfecenter nur auf Deutsch, und verbindlich ist die deutsche Fassung des Vertrags. Maloums Seitenverzeichnis enthält Herkunftsseiten für Deutschland und Österreich, aber keine für die Schweiz. Maloum spricht von über 50.000 Creators, veröffentlicht aber keine Fanzahlen. Fenix International, der Betreiber von OnlyFans, meldet in seinem Jahresabschluss für 2024 dagegen 377,5 Millionen registrierte Fan-Konten.

Falls du nach Maloum-Alternativen suchst: Maloum stellt sich auf eigenen Vergleichsseiten neben OnlyFans, MYM, Fanvue und 4based. Was Maloum genau ist, erklärt Was ist Maloum.

Welche Regeln gelten, wenn du beide Plattformen bespielst?

Werben darfst du für Maloum von außerhalb, auf Maloum aber nie für OnlyFans. Die Creator-Bedingungen verbieten, Fans per Link, Nutzername oder Kontaktdaten auf andere Plattformen zu lenken (§ 8.1), und untersagen Werbung für Konkurrenzplattformen sowie das Abwerben von Fans (§ 8.2.6 und § 8.2.7). Bei einem Verstoß darf Maloum dein Konto sofort sperren. Maloums eigene Vergleichsseite zu OnlyFans behauptet dagegen, du könntest auf beiden Plattformen gegenseitig werben. Das widerspricht dem Vertrag, und der gilt.

Bedenke außerdem, was du hochlädst. Nach § 13.4 darf Maloum deine Inhalte zeitlich und örtlich unbegrenzt für Werbung nutzen, auch bearbeitet und mit Wasserzeichen. Was wir auf einem Maloum-Konto übernehmen, beschreibt die Seite zur Maloum-Betreuung.

Häufige Fragen

Zahlt Maloum oder OnlyFans Creatorn mehr?

Pro Verkauf zum gleichen Preis behältst du auf beiden Plattformen 80 %. Der Unterschied liegt beim Fan: Auf Maloum zahlt er 15 % Servicegebühr zusätzlich, auf OnlyFans nicht. Von dem, was ein Fan ohne Steuer ausgibt, landen auf Maloum 69,5 % bei dir, auf OnlyFans 80 %. Wer am Ende mehr verdient, entscheidet sich an der Zahl zahlender Fans, und dazu veröffentlicht Maloum nichts. Möglich sind auf Maloum außerdem Sonderanteile von 60%–100%.

Kann ich Maloum und OnlyFans gleichzeitig nutzen?

Ja, Maloums eigene Vergleichsseite zu OnlyFans geht davon aus, dass Creator beide Plattformen nutzen. Der Vertrag zieht aber klare Grenzen: Auf Maloum darfst du weder für OnlyFans werben noch Fans per Link, Nutzername oder Kontaktdaten dorthin schicken, sonst droht die Sperre. Bewirb Maloum deshalb nur von außen, etwa über Instagram, TikTok oder Reddit. Und rechne damit, dass Maloum hochgeladene Inhalte für eigene Werbung nutzen darf.

Soll ich als neue Creatorin mit Maloum oder OnlyFans anfangen?

Das hängt von deinem Publikum ab. Folgen dir vor allem Menschen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, spricht einiges für Maloum: deutschsprachiger Vertrag und Hilfecenter, Bezahlung per PayPal oder Klarna, eine Discovery-Funktion. Ist dein Publikum international und zahlt in Dollar, liegt OnlyFans näher. Auf Maloum brauchst du von Anfang an einen Unternehmernachweis, und die Umstellung zum Creator-Konto ist endgültig. Kläre den Steuerteil vorher mit einer Steuerberatung.